Внимание! С 17 февраля по  22  апреля

Саратовский национальный исследовательский государственный университет имени Н. Г. Чернышевского

Воронежский государственный университет, Казанский (Приволжский) федеральный университет

Донской государственный технический университет, Российский Университет транспорта РУТ (МИИТ)

проводят  VII МЕЖРЕГИОНАЛЬНЫЙ конкурс переводчиков. Языки конкурса: немецкий, русский

К участию в конкурсе приглашаются  все, кто интересуется немецким языком и желает попробовать свои силы в переводе.

Участники из Москвы присылают работы по электронной почте lang2@mail.ru.

Первый этап конкурса проходит с 17 февраля по 17 марта. 

КОНКУРСНОЕ ЗАДАНИЕ:

ПРОЗА

© 2017 Eleonora Hummel

Auszug aus dem unveröffentlichten Romanmanuskript „Temirtau“ (Arbeitstitel)

Silben werfen

Tamara Michailowna Golowkina, Dozentin für Sprecherziehung, ging nur zum Schlafen nach Hause. Ihr Leben spielte sich in den Räumen der Theaterhochschule ab. Hier würde sie wohl eines Tages auch sterben. Mitten im Unterricht einfach tot umfallen. Dieselbe Hingabe erwartete sie von ihren Schülern. Jeder Atemzug für die Bühne, bis zum letzten. Schnell war aus Tamara Michailowna einfach Michalna geworden. Nicht, weil die Studenten sie damit ärgern wollten, sondern zum einen aus Effizienzgründen, und zum anderen aus einer gewissen flapsigen Zuneigung heraus, die nichts mit Respektlosigkeit zu tun hatte.

Michalna kündigte ein Ballspiel an. Sie hatte eine Vorliebe für Ballübungen und kaufte Bälle sogar auf eigene Kosten im Kaufhaus „Kinderwelt“ nach, weil regelmäßig welche aus dem Fundus verschwanden. Sie ließ uns Zweiergruppen bilden, ich landete bei Balzer, Oswald natürlich bei Violetta. Atemübungen zum Aufwärmen, nannte Michalna das. Um die Übung vorzuführen bat sie Violetta in die Mitte des Raums und stellte sich einen Meter vor ihr auf. „Wir stehen locker, die Beine leicht auseinander.“ „Ball werfen beim Ausatmen, Ball fangen beim Einatmen. Achtung, so!“ Sie warf den Ball Violetta zu, atmete zeitgleich mit „wopp“ hörbar aus, fing den Ball wieder auf, atmete zeitgleich mit „wapp“ hörbar ein. „Jetzt beginnen alle in ihrem Tempo. Sie sind dran!“

Oswald bekam seine Spielpartnerin zurück. Ich schielte zu ihnen hinüber. Wie gekonnt sie sich den Ball zuwarfen und dabei mit wopp! und wapp! eifrig das Gesicht zu Grimassen verzogen. Sie hatten Spaß. Zwei aufgeplusterte Frösche, die Geräusche machten, als ob Blasen in einem Schlammteich aufploppten. „Sehr schön!“, sagte Michalna. „Arnold, wieso höre ich bei dir nichts? Du musst lauter atmen, mein Junge! Hörbar! An alle: Wir konzentrieren uns auf die richtige Atmung! Schludereien beim Üben schaden nur uns selbst.“ Ich presste die Luft durch die Tore aus wopp und wapp, die mein Mund jeweils formte. „So ist’s gut, mein Junge!“ Wir tauften diese Gemeinschaftsaktivität das „Silbenwurfspiel“.

Ohne Pause ging Michalna zur nächsten Ballübung über. „Heute probieren wir etwas Neues. Wir dribbeln, aber nicht ganz so wie Sie damals als Kinder auf der Straße.“ In manchen Gesichtern zeigte sich Vorfreude, in anderen Skepsis. „So, aufgepasst!“ Michalna dribbelte den Ball mit der rechten Hand, ohne sich vom Fleck zu bewegen. Dabei ratterte sie parallel zu jedem Handschlag laut und akzentuiert Silbenfolgen herunter: Bamberley, bemberley, bimberley, bomberley, bumberley! … Wir ahmten sie diszipliniert nach, am Anfang noch etwas holprig, dann immer schneller und sicherer. Dreißig Personen, die auf Bälle einschlugen und dabei rhythmisch tumbe Laute ausstießen.

Eines Tages verschwand Michalna ohne eine Erklärung. Mangels geeigneter Vertretung fiel der Unterricht in Sprecherziehung aus. Wir übten im Wohnheim anhand unserer Aufzeichnungen und dachten uns neue Silbenfolgen aus. Als wir Geld für eine Pralinenschachtel sammelten, um Michalna im Krankenhaus oder zu Hause zu besuchen, ließ das Rektorat mitteilen, Michalna sei gar nicht krank, sondern auf einer Dienstreise. Wochen später stand Michalna wieder vor uns, erholt und voller Tatendrang, als sei sie soeben von einer Kur auf der Krim zurückgekehrt. Sie habe eine Fortbildung absolviert, erklärte sie, und sich eine längere Zeit an einer Theaterhochschule in der DDR aufgehalten, um ihre Lehrmethoden zu vervollkommnen.

Hätten wir Banausen die deutsche Sprache besser beherrscht, wäre uns nämlich aufgefallen, dass in ihren Silbenfolgen die Umlaute fehlten. Da sie sich selbst mit dem deutschen Alphabet nicht auskannte, musste sie sich von einem Germanisten darauf hinweisen lassen. Eine Schmach! Die Hochschulleitung habe daraufhin einen halbvergessenen Kooperationsvertrag mit einer Partnerinstitution in der DDR hervorgekramt und Michalna mitgeteilt, sie solle ihre Koffer packen, um ihre Wissenslücken, deutschsprachige Umlaute und Diphthonge betreffend, umgehend zu beseitigen.

Zu Beginn der nächsten Stunde salutierten wir mit: „Pämberley, Pömberley, Pümberley!“. „Sehr schön, fast perfekt“, sagte Michalna gefasst, „ich sehe, Sie haben das Problem erfasst. Aber jetzt machen wir mit einer Ballübung weiter…“

ПУБЛИЦИСТИКА

Erwachsene Kinder ziehen immer später aus

Von Sibilla Bondolfi

Hotel Mama

         Den Schweizer Jungen gefällt es im Hotel Mama: Sie ziehen immer später aus und lassen sich von den Eltern nicht nur bei der Hausarbeit bedienen, sondern auch durch Schule und Ausbildung bringen. Die Folge: Es wächst eine orientierungslose Generation heran, wie ein Film komödiantisch zeigt.

         "Mammoni" gibt es nicht nur in Italien, sondern auch in der Schweiz: Seit den 1970er-Jahren sind Kinder beim Auszug aus dem Elternhaus immer älter. Im Schnitt zieht der Nachwuchs mit 24 oder 25 Jahren aus.

         Laut Bundesamt für Statistik liegt der Hauptgrund in der länger andauernden Ausbildung. Eine Umfrage von Comparis zeigt, dass nebst finanziellen Gründen auch Bequemlichkeit ausschlaggebend ist: Die Jungen bleiben bei den Eltern wohnen, weil sie nicht kochen oder putzen wollen. Der Film "Wir Eltern" bringt in einer Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm das Problem komödiantisch auf den Punkt.

         "Wir zeigen im Film die Angst mancher Eltern, die Kinder los- und in die weite Welt gehen zu lassen; und umgekehrt die Angst mancher Jugendlicher, in die Welt rauszugehen", sagt Regisseur Eric Bergkraut gegenüber swissinfo.ch. Seine Lebenspartnerin, die Schriftstellerin Ruth Schweikert, hatte die Initial-Idee und schrieb überwiegend das Drehbuch.

         Dass Kinder in der Schweiz immer später ausziehen, führt Bergkraut darauf zurück, dass die Welt mit diesen vielen Freiheiten auch Furcht einflössen kann. "Wir leben nicht im Zeitalter des Abenteuers", meint Bergkraut. "Es ist nicht eine Zeit und eine Welt, die einem Jungen zuruft: Komm, es braucht dich. Das empfinde ich als ziemliche Herausforderung für junge Menschen."

Angst vor dem sozialen Abstieg

         Im Film kommen Szenen vor, in denen die Eltern dem Sohn Thema und Konzept für die Maturarbeit vorkauen. Das klingt absurd und überzeichnet – ist es aber nicht. Tatsächlich helfen Eltern in der Schweiz ihren Kindern immer häufiger und intensiver bei den Hausaufgaben, bei der Lehrstellensuche und teilweise sogar beim Universitätsstudium. Laut Bergkraut wäre es besser, die Eltern würden den Kindern zumuten, den eigenen Weg zu finden. "Aber die Versuchung ist groß, ihnen zu helfen." Denn nicht zuletzt die Eltern selbst haben Angst, dass ihr Kind den von außen gestellten Anforderungen nicht genügt und sozial "absteigt", wie ein Experte im Film sagt.

         Die Fixierung auf Leistung ist laut Bergkraut keine Schweizer Besonderheit, sondern ein Industriestaaten-Phänomen. "Es versteckt sich quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten sehr viel Angst", findet Bergkraut.

ПОЭЗИЯ

Mörike, Eduard (1804-1875)

Um Mitternacht

Gelassen stieg die Nacht ans Land,

Lehnt träumend an der Berge Wand,

Ihr Auge sieht die goldne Waage nun

Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn;

         Und kecker rauschen die Quellen hervor,

         Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr

         Vom Tage,

         Vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied,

Sie achtet ´s nicht, sie ist es müd;

Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,

Der flücht´gen Stunden gleichgeschwung´nes Joch.

         Doch immer behalten die Quellen das Wort,

         Es singen die Wasser im Schlafe noch fort

         Vom Tage,

         Vom Heute gewesenen Tage.

 

На втором этапе с 18 марта по 1 апреля работы участников  из Москвы оценивает жюри из ВГУ

Жюри определяет 1, 2 и 3 места в каждой номинации по каждому ВУЗу.

На третьем этапе со 2 по 15 апреля лучшие работы от каждого ВУЗа, занявшие 1-е места, оцениваются независимыми экспертами,  которые определяют победителей конкурса на межвузовском уровне. 

Результаты публикуются на сайтах www.sgu.ruwww.vsu.ruwww.donstu.ruwww.kpfu.ru и www.miit-ipss.ru.

Представленные на конкурс работы не возвращаются.

Все работы проходят проверку на плагиат!

Номинации межрегионального конкурса переводчиков

перевод художественного текста с немецкого языка на русский;

перевод текста публицистического стиля (аналитическая статья) с немецкого языка на русский;

перевод стихотворного текста с немецкого языка на русский.

Требования к оформлению

Работы принимаются по электронной почте, каждый перевод оформляется отдельным файлом.

В колонтитулах или сверху на каждой странице перевода проставить имя и отчество, факультет, курс и группу.

В названии файла следует указывать фамилию ВУЗ и номинацию, например, Смирнов_СГУ_ проза (публицистика, поэзия), а в теме письма – конкурс переводов 2020.

Победители конкурса переводчиков будут награждены дипломами.

Электронный адрес организационного комитета: knyaz@info.sgu.ru.